Marlene in der Stroth
Taglilie, 2018
Sumpfschrecke, 2018
Ich wurde 1947 in Münsing am Starnberger See (Oberbayern) geboren.
Aufgewachsen bin ich in Wolfratshausen und München. Ich war 40 Jahre an der Universität Münster tätig, davon überwiegend als Sekretärin am Institut für Botanik. Während dieser Tätigkeit entdeckte ich auch die Freude an der Darstellung von Pflanzen und Tieren.
Seit meinem Umzug nach Bad Bentheim 2009 und meinem Ruhestand im darauffolgenden Jahr beschäftige ich mich intensiv mit Zeichnen. 2011 hat mich Stefi Mann-Nichiteanu mit dem „Radier-Virus“ infiziert, was dazu führte, dass ich versuche, meine Ideen nicht nur mit Blei- und Buntstiften zu verwirklichen, sondern auch mit dem TetraPak-Tiefdruck

Wenn aus Natur Kunst wird…
Marlene in der Stroth stellt Zeichnungen im Botanischen Garten in Münster aus

Von Susanna Austrup
Bad Bentheim. Die Liebe zur Natur wurde Marlene in der Stroth quasi in die Wiege gelegt. Aufgewachsen an den Isarauen hat sie von Kindesbeinen an Erfahrungen mit der Tier- und Pflanzenwelt gesammelt. Einen Großteil ihrer Berufszeit hat die 72-Jährige im Büro des Botanischen Instituts in Münster gearbeitet, seid ihrer Berentung zeichnet sie Pflanzen, Insekten und Vögel. So lautet auch der Titel ihrer Ausstellung, die am 10. August in der Orangerie des Botanischen Gartens in Münster eröffnet wird.
Aufmerksam betrachtet Marlene in der Stroth die Blüten und Blätter der Breitblättrigen Platterbse, von denen gleich mehrere Exemplare vor ihr in Vasen auf dem Schreibtisch verteilt stehen. An den Pflanzen sind Blüten noch im Knospenstadium zu sehen sowie frisch erblühte, in voller Pracht hellrosa leuchtend und schon verwelkte Blütenstände. In der Stroth hat die krautige Zierpflanze auf einem Blatt Papier skizziert und füllt nun die Bleistiftkonturen mit Farbe aus. Das Besondere: Die Künstlerin malt und zeichnet mit Buntstiften. „Ich besitze mehr als 400 Buntstifte in unterschiedlichen Farben“, erzählt in der Stroth und holt die Kisten mit den Stiften aus dem Schrank. Da gibt es weiche Stifte, harte Stifte, mit spitzer oder breiter Miene in allen erdenklichen Farben. Feinsäuberlich sind Rot-Grün- Gelb- und Blautöne in vielen Abstufungen sortiert. Auch die Palette an Grau- und Brauntönen ist umfangreich. „Die brauche ich sehr oft“, sagt in der Stroth, die auf hochwertigem, heißsatiniertem Aquarellpapier zeichnet. Die präzise gezeichneten Bilder der gebürtigen Bayerin sind leuchtende Kleinodien mit warmer Ausstrahlung. Die Künstlerin zeigt das facettenreiche Leben in all seiner Pracht und spart die Vergänglichkeit nicht aus. In der Grafschaft hat Marlene in der Stroth sich als Mitglied der Künstlervereinigung „Vier Bentheimer“ (die anderen drei: Stefi Mann-Nichiteanu, Gille W. Kuhr und Reinhard Jansen) einen Namen gemacht, die zuletzt im Nordhorner Kirchenschiff und davor in der Partnerstadt Wolkenstein ausgestellt hat.
1947 wurde Marlene in der Stroth in Münsing am Starnberger See geboren, aufgewachsen ist sie jedoch in Wolfratshausen und München. 40 Jahre lang hat sie an der Universität Münster gearbeitet, davon über 30 Jahre im Sekretariat des Botanischen Instituts. Während dieser Zeit habe sie auch die Freude an der Darstellung von Pflanzen und Tieren entdeckt, erzählt in der Stroth. Seit 2009 lebt die Künstlerin mit ihrem Mann in Bad Bentheim, im Jahr darauf wurde sie pensioniert. Das Zeichnen betreibt sie erst seit ihrem Ruhestand intensiv. Inzwischen konnte Marlene in der Stroth ihre Zeichentechnik immer weiter verfeinern. „Vieles was den Bildaufbau sowie Licht und Schatten betrifft, habe ich von Heinz Bornemann gelernt“, erklärt die Autodidaktin, die bei dem Bad Bentheimer Künstler regelmäßig in einer kleinen Gruppe malt. Bei Stefi Mann-Nichiteanu lernte sie außerdem die Technik des Tetra-Pack-Tiefdrucks kennen und setzt seitdem ihre Ideen auch in Form von Radierungen um. Mit der Zeit hat in der Stroth gelernt, wie sie mit den Stiften Farben mischen kann. Ihren Motiven widmet sie sich mit Hingabe. Mit geübtem Blick versucht sie die Seele der Pflanzen und Tiere zu ergründen. Da, wo das Auge nicht ausreicht, nimmt sie ihr Stereomikroskop zur Hilfe. „Ich bin Porträtistin“, sagt in der Stroth, die versucht, stets das Charakteristische herauszuarbeiten. „Manche Merkmale werden von mir farblich stärker betont. “, beschreibt sie. Meist arbeitet sie am Original, manchmal nutzt sie Fotos als Vorlage. Darüber hinaus sammelt in der Stroth für ihre Studien getrocknete Pflanzenteile, Insekten, Muscheln, Federn, Bilder aus Zeitschriften und Magazinen und Fotos. Außerdem hat sie mit Unterstützung ihres Mannes eine umfangreiche Bibliothek aufgebaut. Rund 14 Tage braucht Marlene in der Stroth, um ein Bild fertigzustellen. Im Augenblick ist sie voll und ganz damit beschäftigt, weitere Werke für ihre Ausstellung in Münster zu zeichnen, die am 10. August um 11 Uhr in der Orangerie des Botanischen Gartens eröffnet wird. Ab da ist ihre Bilderschau bis zum 25. August täglich von 11 bis 17 Uhr bei Anwesenheit der Künstlerin geöffnet.